Vierter Anlauf zur Deutschen Meisterschaft
Die Deutsche Vereinsmeisterschaft in der Altersgruppe U14 fand dieses Jahr vom 26.12.2025 bis zum 30.12.2025 in Plauen statt. Als Vierermannschaft plus Ersatzspieler sind dieses Jahr an Brett 1 und 2 Linus und Felix angetreten und an den Brettern 3 und 4 rotierten Julian, Nils und Mark. Mit dem Startrang 17 von 20 Mannschaften waren wir zunächst eher als schwächerer Herausforderer angetreten.
In der ersten Runde sind wir mit Kelheim gegen den Rangsiebten gestartet, was in Zahlen einen durchschnittlich 160 Punkte stärkeren DWZ-Gegner bedeutete. Nils musste das Match als erster abgeben, dafür konnte Julian in schwieriger Stellung einen Fehler des Gegners zum Sieg ausnutzen. Felix stand zwar relativ schlecht, aber sein Gegner spielte in unübersichtlicher Stellung mit sehr wenig Zeit auf der Uhr. Entsprechend stellte Felix geschickt taktische Fallen auf, von denen eine entscheidend gelang. Leider unterlief Linus in besserer Stellung ein Fehler, aber in Summe ergab sich das erste sehr beachtliche Unentschieden.
Runde 2 am Nachmittag bescherte uns Königsspringer aus Hamburg. Nils konnte die gute Vorbereitung mit Andre nutzen, um in eine ausgeglichene Stellung mit Plan zu kommen. Dieser wurde in einer guten Partie konsequent umgesetzt und der erste Punkt eingesackt. Felix‘ Partie ging leider verloren, sodass es auf Linus und Mark ankam. Mark konnte sich nach Rückstand in der Eröffnung wieder in die Partie kämpfen. Nach gut drei Stunden lag er stellungsmäßig hinten, aber der Gegner musste 15 Züge nur mit Inkrement spielen und die Stellung war kompliziert. Er mogelte sich gut ins Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern, aber deutlich aktiverem König. Nach rund vier Stunden konnte er (mit acht Jahren) seine mit Abstand längste Partie erfolgreich abschließen. Linus hatte parallel eine geliebte geschlossene Stellung und konnte nach zwischenzeitlicher Remistendenz dann doch in einem Turmendspiel mit Mehrbauer den ganzen Punkt einsammeln, sodass wir mit 3:1 und Platz 5 den Tag überraschend abschließen konnten. Damit konnte jeder Spieler am ersten Tag genau einen Punkt einsammeln.
Tag 2 und Runde 3 teilte uns Sontheim/Brenz zu. Diese waren sehr ungleichmäßig besetzt. Brett vier war deren einzige Schwäche, die anderen dafür sehr stark besetzt. Das spürte Felix als erster, wobei eher eine Unkonzentriertheit mit Materialverlust in ausgeglichener Stellung die Ursache des Punktverlustes war. Nils sollte den sicheren Punkt einfahren, hatte allerdings eine ziemlich chaotische Stellung auf dem Brett und der Sieg war mit einigen Schweißausbrüchen für die Beobachter verbunden. Julian hatte alles unter Kontrolle und schönen Angriff am Königsflügel. Dieser war leider nicht durchschlagend und beim Übergang ins Endspiel lief etwas schief, sodass es 1:2 stand. Linus hatte den amtierenden U14-Meister mit gut 2.200 DWZ gegen sich. Ab Beginn hatte er positionellen Vorteil, der bis zum Schluss halten sollte. Erneut gab es so einen unerwarteten Mannschaftspunkt.
In der Runde 4 ging es gegen Bad Homburg. Julian und Mark kamen an Brett drei und vier zu Beginn der Partie bereits in Schwierigkeiten und mussten die Punkte abgeben. Entsprechend waren Linus und Felix etwas unter Druck, um zwei Punkte zu erreichen. Während Linus ab der Eröffnung eine unbequeme Stellung reparieren musste, stand Felix fast durchgehend angenehmer, ohne dass sich konkrete Gewinnmöglichkeiten ergaben. In beidseitiger Zeitnot musste Felix einen Teil seines Vorsprungs abgeben, kam mit Mehrbauer in ein Endspiel mit Dame und Turm, konnte da aber nichts mehr erzwingen. Linus hatte sich inzwischen in ein ausgeglichenes, aber unklares Endspiel gerettet. Beide mussten sich mit einem ordentlichen halben Punkt zufriedengeben, sodass jetzt doch die erste Niederlage in der vierten Runde mit 1:3 besiegelt war.
Runde 5 am dritten Tag war das dickste Brett bisher. Gegen Gräfelfing als drittstärkste Mannschaft galt es eine Überraschung zu erreichen. Nils verlor seine Partie nach ein paar unsauberen Zügen, während Mark starken Angriff hatte und Felix etwas gefälliger stand. Felix lag die ganze Partie vorne, in beidseitiger Zeitnot kostete ihn ein unsauberer Zug in unübersichtlicher Stelle den Sieg und das entstehende Turmendspiel bei symmetrischer Bauernstruktur endete Remis. Auch Linus konnte seine schwierige Stellung nicht mehr retten. Mark – als jüngster Teilnehmer – hatte eine der längsten Partien. Er konnte seinen Angriff nicht erfolgreich durchsetzen, danach sah es erst mit Dame gegen zwei Türme nach Remis aus. Auch nach einem Abtausch, der ihm zwei Bauern und Läufer gegen fünf Bauern brachte, war die Stellung noch Remis. Der Gegner dachte wohl wegen der Differenz von 400 DWZ die Partie noch gewinnen zu müssen. Das war keine gute Idee, dadurch verlor er einen Bauern, Mark stand plötzlich wieder auf Gewinn und hat das Endspiel dann sicher nach Hause gefahren. So gab es „nur“ eine knappe 1,5:2,5 Niederlage.
Die letzte Partie des dritten Tages wies uns Kreuznacher zu, erstmals waren wir formal die bessere Mannschaft und das spielten die Jungs auch zuverlässig runter. Nils profitierte ebenso wie Julian schnell von der Großzügigkeit der Gegner und bei 2:0 Vorsprung einigten sich Felix und Linus in ausgeglichener Stellung auf Remis, sodass wir wieder einen Mannschaftssieg einfahren konnten. Die Bilanz nach sechs Spielrunden lautet: ausgeglichen, die Erwartungen bereits übererfüllt und morgen gibt es noch ein Bonusspiel.
Der Bonus hieß Werder Bremen. Als zweitstärkste Mannschaft sicher nicht das glücklichste Los bei ausgeglichenem Punktekonto. Standesgemäß gingen die ersten beiden Brettpunkte an Bremen – Julian und Mark hatten diesmal zu starke Gegner. Felix hatte einige Zeit einen minimalen Vorteil, im Endspiel sah die Partie dann allerdings trotz Dame gegen Turm lange nach Remis aus. Die Schiefbahner Beobachter diskutierten inzwischen intensiv, ob die Stellung noch irgendwie zu gewinnen sei. Felix löste das Problem sehr stark gleich am Brett, indem er seinen Gegner technisch durch eine schöne Damenkombination überzeugte und es stand plötzlich nur noch 1:2. Linus konnte in seiner Partie in ein ausgeglichenes Endspiel abwickeln. Bei einem Einzel hätten sich die Spieler wohl auf ein Remis geeignet. Angesichts des Rückstandes entschied sich Linus jedoch, ins Risiko zu gehen. Dadurch ergaben sich Chancen für seinen Gegner, sodass Linus leider sogar den ganzen Punkt abgeben musste.
Trotz der Niederlage gegen Bremen erreichte Schiefbahn mit 6 Punkten einen ausgezeichneten 12. Platz, dass heißt 5 Plätze höher als seine Startprognose. Das hat sich übrigens allgemein bei allen vier DVM-Teilnahmen gezeigt: die Mannschaften aus Schiefbahn haben stets besser als ihr Startranking abgeschnitten. Vielleicht liegt es an der guten Stimmung in der Mannschaft, dass alle überdurchschnittlich punkten?
Wir sind auf jeden Fall mächtig stolz auf unsere tapfere Jugend-Mannschaft! Macht weiter so!
